Heike Pallanca

By 25. August 2013Künstler

 

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Selbstbedienung

 Herbstzeit ist Erntezeit. Was im Laufe eines Jahres gesäht, gehegt, gepflegt und jetzt geerntet wird, hat die Düsseldorfer Künstlerin Heike Pallanca auf den vier Steinsockeln im Staudengarten des Vorgebirgsparks angerichtet. Sie hat die Podeste zu Gabentischen umgewandelt. Heike Pallanca arbeitet mit der gestalteten Natur, wie es Gärten, Acker, Parks und dergleichen sind. Ihr Thema ist das Erleben von Zeit durch bewusst wahrgenommene Zeitabläufe.

Die Gliederung des sich unendlich wiederholenden Kreislaufs der Natur in von Menschen geschaffene Zeiträume, wie es der Kalender darstellt oder die Beobachtung der Veränderung von Natur, wie es der Wechsel der vier Jahreszeiten mit sich bringt, befähigt den Menschen, sich über den Ablauf von Zeit und damit über seine eigene Vergänglichkeit bewusst zu werden.

Heike Pallanca verwendet vier Schalen aus Ägypten, die ihr als Symbol für Sinnlichkeit, Wärme und orientalische Atmosphäre dienen. Zwei dieser Schalen hat sie mit verschiedenen einheimischen und exotischen Früchten gefüllt, die beiden anderen jeweils mit Weintrauben und Äpfeln. Die Früchte hat sie in den nahe gelegenen Markthallen gekauft. Der gedankliche Hintergrund bei der hier installierten Arbeit liegt im Sinnieren über ein dreifaches Selbst. An jedem Sockel steht eine Beschriftung mit folgenden Begriffen:

1.      Selbstbedienung

2.   Selbstbeherrschung

3.   Selbsterkenntnis

4.   rauschendes Fest

 Die Begriffe Selbstbedienung und Selbstbeherrschung ordnet sie den mit verschiedenen Früchten gefüllten Schalen zu, Selbsterkenntnis der mit Äpfeln gefüllten und rauschendes Fest der mit Weintrauben gefüllten Schale.

Heike Pallanca lädt alle Besucher herzlich ein, von den Früchten zu essen, so an der Veränderung und Vergänglichkeit der Arbeit mitzuwirken, und dadurch ein Teil des Kunstwerkes zu werden.

Christian Merscheid

Vita

1952—————-geboren in Düsseldorf

1979-1986——-Studium Freie Kunst an der Kunstakademie Düsseldorf bei Tony Cragg,Christian Megert und Irmin Kamp

Preise und Stipendien (Auswahl bis 1999)

1986-87———-Wilhelm Lehmbruck Stipendium Duisburg

1989————–Katalogförderung der Krupp-Stiftung Essen

1989————–Arbeitsstipendium des Kunstfonds Bonn

1994————–Projektstudium der Akademie Schloss Solitude Stuttgart

1997————–TRANSFER, Polen, des Kultursekretariats NRW

Lehraufträge

1991-92———-Gastdozentur an der Kunstakademie Münster

1994——- ——-Gastprofessur an der Universität/Gesamthochschule Siegen

1998—————Lehrauftrag an der J.W. Goethe Universität Frankfurt/M.

Einzelausstellungen (Auswahl bis 1999)

1989—————-Kunstraum Wuppertal, „Begegnung“

———————–Kunstverein für die Rheinlande und Westfalen, Düsseldorf, Über gestern und morgen“ (mit W.Robbe)

1990—————-Künstlerhaus Stuttgart, „Verführung zum Voyeurismus“ Kunstverein Arnsberg, „Von Ruinen, Baustellen …“

1991—————-Kasseler Kunstverein, „200.000.000- 191“ (mit W. Robbe)
1993
—————-Dortmunder Kunstverein, „Turbulenzen“

1995—————-Schloss Solitude, Stuttgart, „Deckentausch“

1997—————-Galerie Schneiderei, Köln, „Speicher“

Ausstellungsbeteiligungen im In- und Ausland

 

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